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Blumenhaus Buchegg

Das "Kinderheim Blumenhaus Buchegg" feierte 1992 sein 50-jähriges Bestehen. Die TR 16 war zu diesem Zeitpunkt genau halb so alt. Bereits seit dem Jahre 1973 begleitet die Tafelrunde mit ihrem Sozialprojekt die geschützte Werkstatt des Blumenhauses.

Eine unglaubliche Geschichte

Am 4. Mai 1942 begann Elly Dora Geigenmüller eine Vision, einen alten Traum zu verwirklichen. Mit drei behinderten Kindern zog sie in eine Zweizimmerwohnung eines alten Bauernhauses in Buchegg ein, wo sie diese betreute. Vier Jahre später konnte sie das ganze Haus erwerben. Damit war der Grundstein des Kinderheimes für behinderte Kinder gelegt. Bereits ein Jahr später wurden im Blumenhaus in Buchegg zwölf Kinder betreut. Dank einem unglaublichen Einsatz seitens Elly Geigenmüller war es möglich, die erste schwierige Zeit zu überstehen. Erst 10 Jahre nach Beginn ihrer initiative wurde ein Verein zur Unterstützung des Kinderheims Blumenhaus gegründet. In den Statuten wurde der Zweck klar festgelegt. "Der Verein bezweckt durch Unterhalt, bauliche Renovationen und ev. Übernahmen der bestehenden Liegenschaft oder anderen geeigneten Liegenschaften, die Führung des Kinderheims Blumenhaus für geistig und körperlich gebrechliche Kinder zu ermöglichen und zu erleichtern. Er kann auch andere soziale Aufgaben übernehmen oder an deren Lösung mitwirken." Aus einer privaten Initiative entwickelte sich eine Institution, die heute kaum mehr wegzudenken ist. In der heilpädagogischen Sonderschule finden bis zu 60 Kinder einen Platz, wo sie optimal betreut werden. Ihre Talente werden entdeckt und gefördert. Dank einer modernen Infrastruktur, die laufend den neuen Bedürfnissen angepasst wird, können auch die nötigen Therapien angeboten werden. Im Internat finden in sechs Wohngruppen bis zu 42 Kinder einen Platz, wo sie in familienähnlichen Strukturen aufwachsen.

Die geschützte Werkstatt

Im Januar 1968 nahm Willi Oppliger, unser Alttabler, die Arbeit als Leiter in der Lehrwerkstätte auf. Sie bietet dem heilpädagogischen Heim eine ideale Möglichkeit, Kinder vor der Schulentlassung auf den Schritt ins praktische Leben vorzubereiten. Zudem finden Jahr für Jahr 12 - 20 Frauen und Männer einen sicheren Arbeitsplatz und eine ihrer Behinderung angepasste Arbeit. Die hohe Qualität der gefertigten Produkte führt dazu, dass der Beschäftigungsgrad selbst in Rezessionen keinen Rückgang erfährt. Die Kunden aus Industrie und Gewerbe halten der Werkstätte des Blumenhauses die Treue. Die Arbeitsplätze unterscheiden sich nicht von denen gleich-artiger Betriebe. Die Maschinen entsprechen den üblichen Normen. Das eröffnet die Möglichkeit, behinderten Jugendlichen eine Anlehre anzubieten.

Wertvolle Begegnungen

1972 stiess Willi Oppliger zu den Tablern. Es war klar, dass man dank seiner Tätigkeit eine optimale Voraussetzung für ein Sozialprojekt hatte. Über ihn konnte zwischen den Aktivtablern und den jungen Arbeitskräften der geschützten Werkstätte eine gute Beziehung hergestellt werden. Die dauert bis heute an. Zwar ändern sich die Gesichter, aber die gegenseitigen Kontakte bringen immer noch die ungetrübte Freude und Genugtuung. Mit dem Ausbau der Sozialleistungen fehlt es behinderten Menschen kaum mehr an materiellen Gütern. Anders steht es mit der Akzeptanz in der Gesellschaft. All zu oft werden sie ausgegrenzt und bekommen die Nachteile einer Randgruppe zu spüren. Deshalb liegt die Hauptaufgabe bei unserem Sozialprojekt auch nicht beim beschaffen von materiellen Mitteln. Vielmehr ist es wichtig, dass wir die sozialen Kontakte zu den jungen Menschen der geschützten Werkstätte pflegen.

Jedes Jahr treffen wir uns zu gemeinsamen Erlebnissen, besuchen die Werkstatt, machen eine Reise in den Zoo, in das Verkehrshaus in Luzern oder begegnen zur Weihnachtszeit dem sankt Nikolaus und freuen uns anschliessend beim gemütlichen Nachtessen. Trifft man sich zufällig in der Stadt, findet man Zeit für ein kurzes Gespräch. Schranken sind abgebaut, ein Stück Integration verwirklicht.

Aus der Broschüre "Euromeeting 1993 Solothurn

Mehr Informationen zum Blumenhaus Buchegg finden Sie auf der Homepage:

www.blumenhaus-buchegg.ch